Secession Wien: Geschichte, Kunst und Besuchertipps

Die Secession Wien gehört zu den bedeutendsten Ausstellungshäusern der Welt und ist seit 1897 eine feste Größe in der internationalen Kunstlandschaft. Was als mutiger Bruch mit der Kunsttradition des 19. Jahrhunderts begann, ist heute ein lebendiger Ort für zeitgenössische Kunst, Architektur und Kultur. Wer Wien besucht und dieses Haus auslässt, verpasst eines der faszinierendsten Kapitel der Kunstgeschichte und ein architektonisches Meisterwerk sondergleichen. In diesem Artikel erfährst du alles, was du für deinen Besuch wissen musst.
Was ist die Secession Wien?
Die Wiener Secession ist eines der ältesten unabhängigen Ausstellungshäuser der Welt, das sich seit seiner Gründung der Präsentation zeitgenössischer Kunst widmet. Anders als klassische Museen versteht sich das Haus als Künstlerorganisation, die ihre Ausstellungen selbst kuratiert und gestaltet. Das macht die Institution einzigartig: Hier zeigen Künstler für Künstler, ohne kommerzielle Zwänge und mit einem klaren Bekenntnis zur künstlerischen Freiheit.
Das Gebäude an der Friedrichstraße 12 im ersten Wiener Gemeindebezirk ist nicht nur ein Ausstellungsort, sondern selbst ein Kunstwerk. Der goldene Lorbeerkranz auf dem Dach, die weiße Fassade und das berühmte Motto über dem Eingang machen den Bau zu einem der meistfotografierten Wahrzeichen der Stadt. Was die Wiener Secession von anderen Instituten unterscheidet, ist ihre gelebte Unabhängigkeit: Sie wird nicht von einem staatlichen Träger geführt, sondern von den Künstlern selbst. Das spürt man in der Auswahl der Ausstellungen, in der Haltung des Hauses und in der Atmosphäre, die es ausstrahlt.
Die Geschichte der Secession
Am 3. April 1897 gründeten Gustav Klimt, Koloman Moser, Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich gemeinsam mit weiteren Künstlern die Wiener Künstlervereinigung. Sie wandten sich damit bewusst gegen den Konservatismus des Wiener Künstlerhauses und dessen Beharren auf historistischen Kunstformen. Der Name „Secession" leitet sich vom lateinischen Wort für Abspaltung ab und beschreibt genau das, was diese Gruppe vollzog: einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit.
Bereits 1898 öffnete das neu errichtete Gebäude seine Tore, entworfen von Joseph Maria Olbrich in einem damals völlig neuartigen Stil, dem Jugendstil. Die Eröffnungsausstellung zog Tausende Besucher an und machte das Haus auf einen Schlag bekannt. In den folgenden Jahren avancierte Wien dank dieser Künstlervereinigung zu einem der aufregendsten Kunstzentren Europas. Die gleichzeitig gegründete Zeitschrift Ver Sacrum verbreitete die Ideen der Bewegung europaweit. 1903 gründeten Josef Hoffmann und Koloman Moser die Wiener Werkstätte als direktes Ergebnis dieses künstlerischen Geistes. 1905 verließ Gustav Klimt mit 18 Kollegen die Organisation, doch das Haus überlebte auch diesen Einschnitt und blieb ein zentraler Ort der Wiener Kunstszene.
Die Gründer und ihre Vision
Gustav Klimt, der erste Präsident der Künstlervereinigung, verkörperte den Aufbruchsgeist dieser Bewegung wie kein Zweiter. Er und seine Mitstreiter hatten eine klare Vision: Kunst sollte nicht nach Herkunft oder akademischen Regeln bewertet werden, sondern allein nach ihrer Qualität und ihrer Fähigkeit, den Menschen zu berühren. Das Motto, das noch heute über dem Eingang steht, bringt diese Haltung auf den Punkt: „Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit." Dieser Satz ist bis heute das Leitprinzip des Hauses und klingt erstaunlich zeitgemäß. Mehr historisches Hintergrundwissen bietet der Wikipedia-Artikel über die Wiener Secession.
Architektur: Das Secessionsgebäude
Das von Joseph Maria Olbrich entworfene Gebäude ist ein Musterbeispiel des Wiener Jugendstils. Die klare, weiße Fassade mit geometrischen Ornamenten, die großen Glasflächen und die durchdachte Raumaufteilung zeigen, wie weit sich die Architekten dieser Bewegung von den verschnörkelten Historismusstilen ihrer Zeit entfernt hatten. Der Bau war in seiner Entstehungszeit radikal modern und gilt heute als eines der wichtigsten Werke des Jugendstils weltweit.
Der goldene Lorbeerkranz
Das auffälligste Merkmal des Gebäudes ist zweifellos der vergoldete Lorbeerkranz auf dem Dach, den die Wiener liebevoll „goldenes Krauthäupl" nennen. Dieser Kuppelaufsatz aus vergoldeten Lorbeer- und Olivenzweigen ist das Erkennungszeichen der Secession und von weitem sichtbar. Er steht symbolisch für die Verflechtung von Natur und Kunst, ein zentrales Motiv des Jugendstils. Wer das Haus zum ersten Mal sieht, versteht sofort, warum es auf unzähligen Fotos und Postkarten Wiens zu finden ist.
Der Beethovenfries: Klimts Meisterwerk
Das absolute Herzstück des Hauses ist der Beethovenfries von Gustav Klimt aus dem Jahr 1902. Dieses monumentale Wandgemälde wurde ursprünglich für die 14. Ausstellung geschaffen, die dem Werk Ludwig van Beethovens gewidmet war. Der Fries ist 34 Meter lang, über zwei Meter hoch und zeigt in drei Teilen die menschliche Sehnsucht nach Glück und Erlösung, inspiriert von Friedrich Schillers Ode „An die Freude" aus Beethovens Neunter Symphonie.
Der Beethovenfries wurde nach der Ausstellung zunächst eingelagert und wechselte mehrmals den Besitzer. Seit 1986 befindet er sich dauerhaft im Besitz der Republik Österreich und ist im Untergeschoss für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Restaurierung und dauerhafte Aufstellung an diesem Ort war ein wichtiger Schritt für die Kulturgeschichte Wiens, denn der Fries gehört untrennbar zu dem Gebäude, für das er erschaffen wurde.
Ein Jahrhundertwerk im Untergeschoss
Der Beethovenfries ist dauerhaft im Untergeschoss zu sehen und zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken des Jugendstils. Klimts charakteristische Goldverwendung, die fließenden Linien und die symbolbeladenen Figuren machen dieses Werk zu einem einzigartigen, tief berührenden Erlebnis. Wer die Secession besucht, sollte sich dafür ausreichend Zeit nehmen, denn der Beethovenfries entfaltet seine volle Wirkung nur, wenn man ihn in Ruhe und ohne Ablenkung auf sich wirken lässt.

Aktuelle Ausstellungen in der Secession Wien
Neben dem permanenten Beethovenfries zeigt das Haus regelmäßig wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst aus aller Welt. Die Ausstellungsmacher setzen dabei auf internationale Positionen, die mit dem Gebäude und seinem Raum in einen Dialog treten. Zu den aktuellen Ausstellungen zählen Werke von Katherine Hubbard mit „The Great Room", Onyeka Igwe mit ihrer Arbeit über diasporische Identität sowie Mire Lee mit der Installation „The Heart of My Machine is Golden Lead".
Das Programm der Secession umfasst neben Ausstellungen auch Vorträge, Führungen, Familienangebote und Publikationen. Podcasts und vermittelnde Formate machen die Kunst einem breiten Publikum zugänglich. Besonders bemerkenswert ist, dass alle Ausstellungen von den Mitgliedskünstlern der Vereinigung kuratiert werden. Das sichert eine inhaltliche Tiefe und Konsequenz, die kommerziell geführte Ausstellungshäuser selten erreichen. Wer regelmäßig auf dem Laufenden bleiben möchte, findet alle aktuellen Informationen direkt auf secession.at. Auf wofeiern.at findest du außerdem viele weitere Wiener Kulturveranstaltungen und Events auf einem Blick.
Praktische Infos: Öffnungszeiten und Eintritt
Die Secession Wien ist von Dienstag bis Sonntag geöffnet, jeweils von 10:00 bis 18:00 Uhr. Montags bleibt das Haus geschlossen. Das Ausstellungshaus befindet sich in der Friedrichstraße 12 im ersten Wiener Gemeindebezirk, unmittelbar beim Naschmarkt und der U-Bahn-Station Karlsplatz. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist damit besonders einfach.
- Adresse: Friedrichstraße 12, 1010 Wien
- Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 18:00 Uhr
- Montag: Geschlossen
- Telefon: +43-1-587 53 07
- Tickets: Online über shop.eventjet.at oder an der Tageskasse
- Anreise: U-Bahn U1, U2, U4 Station Karlsplatz
Für Gruppen, Schulklassen und Führungen bietet das Haus spezielle Programme an. Es empfiehlt sich, vorab auf der Website zu reservieren, besonders bei großen Ausstellungen. Erste Bank ist Hauptsponsor und unterstützt damit die Finanzierung des umfangreichen Ausstellungs- und Vermittlungsprogramms. Wer mit Kindern kommt, findet im Familienangebot altersgerechte Führungen, interaktive Workshops und kreative Mitmachprogramme für jede Altersgruppe.
Die Secession ist auch für Menschen zugänglich, die keine Kunsterfahrung mitbringen. Vermittlungsprogramme und geführte Rundgänge helfen dabei, die Werke zu verstehen und einzuordnen. Das Haus versteht sich als offener Ort des Gesprächs über Kunst und Gesellschaft und lädt alle ein, die neugierig sind.
Rund um die Secession: Wien entdecken
Ein Besuch lässt sich wunderbar mit einem Erlebnis im Wiener Stadtzentrum verbinden. Das Haus liegt mitten in einem der kulturell reichsten Bezirke der Stadt, umgeben von Museen, Cafés, dem Naschmarkt und zahlreichen weiteren Sehenswürdigkeiten. Wer Wien ausgiebig erkunden möchte, findet auf 1001mal.at viele Tipps für unvergessliche Erlebnisse in der Stadt.
Nach dem Kunstgenuss bieten sich die zahlreichen Bars in Wien in der Nähe für einen entspannten Ausklang an. Wer lieber speisen möchte, findet mit unserer Übersicht der Restaurants in der Nähe schnell das passende Lokal. Der Naschmarkt direkt neben dem Gebäude ist eines der lebendigsten Märkte Europas und bietet Spezialitäten aus aller Welt. Für einen außergewöhnlichen Abend lohnt sich auch ein Blick auf die Premium-Eventlocation Il Toro Wien, die nur wenige Minuten entfernt liegt.
Wien nach dem Kunst-Besuch
Wer den Tag rund um die Secession plant, hat viele Möglichkeiten. Das Wiener Musikvereinsgebäude, das Kunsthistorische Museum und die Albertina sind fußläufig erreichbar. Wer noch etwas ganz anderes erleben möchte, kann einen Escape Room in Wien besuchen oder sich in einem Partyraum in Wien mit Freunden treffen. wofeiern.at bietet eine umfangreiche Übersicht aller Locations für besondere Anlässe in Wien.
Warum die Secession ein Muss für Wien-Besucher ist
Das Haus vereint Geschichte, Architektur und lebendige Gegenwartskunst auf einzigartige Weise. Kein anderer Ort in Wien steht so sehr für den Aufbruchsgeist einer ganzen Epoche und zeigt gleichzeitig, wie relevant dieser Geist noch heute ist. Der Beethovenfries allein rechtfertigt den Besuch, aber die wechselnden Ausstellungen machen die Secession zu einem Ziel, zu dem man immer wieder zurückkehren möchte. Jede neue Schau bringt eine frische Perspektive und macht deutlich, dass Kunst ein andauerndes Gespräch zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist.
„Der Zeit ihre Kunst. Der Kunst ihre Freiheit." Das Motto der Secession aus dem Jahr 1897 klingt heute aktueller denn je und beschreibt, wofür dieses Haus seit über einem Jahrhundert steht.
Für alle, die Wien aus einer neuen Perspektive erleben möchten, ist dieses Ausstellungshaus ein unverzichtbares Ziel. Es verbindet Jugendstil-Architektur, Klimts Meisterwerk und zeitgenössische internationale Kunst unter einem goldenen Dach. Ein Besuch in der Secession ist nicht nur ein kulturelles Erlebnis, sondern ein Stück gelebte Wiener Stadtgeschichte. Wer danach mehr über Wien entdecken möchte, findet auf wofeiern.at zahlreiche Tipps für Ausflüge, Events und Locations in der Stadt.
Die Secession Wien ist mehr als ein Museum: Sie ist ein Ort, der die Frage stellt, was Kunst leisten kann und leisten sollte. Seit über 125 Jahren gibt das Haus darauf eigensinnige, mutige und inspirierende Antworten. Plane deinen nächsten Besuch in der Friedrichstraße 12 und erlebe selbst aus nächster Nähe, warum dieses Jugendstilhaus zu den schönsten Adressen Wiens zählt. Mehr Ausflugstipps und Ideen für deinen Wien-Aufenthalt findest du auf 1001mal.at.
Was kostet der Eintritt in die Secession Wien?
Die Eintrittspreise variieren je nach Ausstellung. Tickets können online über shop.eventjet.at oder an der Tageskasse erworben werden. Für Gruppen, Schulklassen und Führungen gibt es spezielle Konditionen. Aktuelle Preise findest du direkt auf secession.at.
Wann ist die Secession Wien geöffnet?
Das Ausstellungshaus ist von Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Montags bleibt es geschlossen. Die Adresse lautet Friedrichstraße 12, 1010 Wien. Die Anreise ist bequem mit der U-Bahn, Linie U1, U2 oder U4, Station Karlsplatz möglich.
Was ist der Beethovenfries in der Secession?
Der Beethovenfries ist ein 34 Meter langes Wandgemälde von Gustav Klimt aus dem Jahr 1902. Es wurde für eine Sonder-Ausstellung zu Beethovens Werk geschaffen und zeigt die menschliche Sehnsucht nach Glück und Erlösung, inspiriert von Beethovens Neunter Symphonie. Der Fries ist dauerhaft im Untergeschoss des Gebäudes ausgestellt und zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken des Jugendstils.